Vier Wochen später

Zustand nach Patellarsehnenruptur: 6 Wochen post OP

Seit meinem letzten Blogeintrag sind rund 4 Wochen vergangen. Morgen liegt die Operation bereits 6 Wochen zurück! Und stellt euch vor, ich kann mein Knie – mit Hilfe eines Trainingsgeräts – inzwischen wieder auf 90 Grad beugen! Ich bin so glücklich! Das schien mir in den ersten Tagen nach der OP kaum jemals wieder möglich. Aber es geht und sogar richtig gut. Ich bin meinem Trainingsplan voraus und die Physiotherapeutin ist sehr zufrieden mit mir. Ab morgen kann ich langsam damit beginnen, die Muskulatur im linken Bein wieder aufzubauen, die durch die Ruhigstellung komplett geschwächt ist. Aktuell schaffe ich es nicht, dass Knie aus eigener Kraft mehr als 3-5 Zentimeter anzuheben. Selbst wenn ich es also belasten dürfte, was noch nicht der Fall ist, könnte ich nicht aus eigener Kraft auf dem linken Bein stehen. Es ist erschreckend, wenn man sich auf die Bewegung eines Gliedmaßes konzentriert und sich sagt „Das hebe ich jetzt an“ und dann tut sich praktisch nichts!

Zwischendurch habe ich immer mal wieder kleine depressive Phasen, aber die gehen in der Regel nach ein oder zwei Tagen vorbei. Inzwischen kann ich auch, mit einem kleinen Kissen unter dem Knie, wieder halbwegs seitlich schlafen. Das ist ein großer Gewinn, da ich Seitenschläfer bin und auf dem Rücken einfach nicht gut schlafen kann. Davon abgesehen tun mir nach einer Nacht alle Glieder weh. Ich freue mich immer, wenn ich morgens wieder aufstehen und mich immer wieder bewegen kann.

Das Training mit dem Bewegungsapparat, den ich vom Sanitätshaus geliehen habe, mache ich drei bis vier mal täglich, für jeweils 30 Minuten. Damit konnte ich alle paar Tage die Gradzahl von 30 auf inzwischen 90 erhöhen, womit ich das Trainingsziel erreicht habe. Und die Bewegung tut so richtig gut. 🙂 Hier und da habe ich an anderen Stellen Verspannungen bekommen, die durch Schon- bzw. Fehlhaltung früher oder später eintrafen. Gegen diese kämpfe ich momentan ein wenig an. Zunächst hatte ich mir den Piriformisnerv eingeklemmt. Das ist der Nerv an der Pobacke. Nachdem ich diesen im Griff hatte, tut mir dafür immer mal wieder der linke Großzeh empfindlich weh, so dass nicht mal eine dünne Decke darauf liegen darf. Wenn ich dann eine Weile herumlaufe und den Fuß dabei normal halte, geht es meist wieder für einige Zeit. Ich nehme an, dass dieser Schmerz durch die Innenrotation kommt, in welcher der Fuß in Hochlage meist liegt. Wenn ich das Bein dann ehe in die Außenrotation bringe, was nur mäßig geht, lässt der Schmerz meist ebenfalls nach.

Von der heftigen Medikamenteneinnahme konnte ich mich auch schon vor einigen Wochen verabschieden. Ich habe das Tilidin zunächst halbiert und dann nur noch am Morgen eingenommen, da durch die Bewegung das Knie tagsüber eher schmerzte als in der Nacht, wenn es Ruhe hatte. Die Bewegung ist aber notwendig, wenn man nicht irgendwann ein steifes Knie haben will. Und das wollte ich einfach nicht! Außerdem gibt es so herrlich wirksame Medikamente nicht umsonst. 😉 2 bzw. 3 Wochen nach der OP brauchte ich jedoch nicht mal mehr das schwächere Novalgin.

Vor 3 Tagen habe ich dann die letzten Krusten an meiner Narbe entfernen wollen und entsetzt feststellen müssen, dass es sich dabei um 3 Restfäden handelte. Nach kurzem Zögern war ich dann jedoch entschlossen, sie mir einfach selbst herauszuziehen. Mit etwas Desinfektionsmittel und einer guten Pinzette war das kein Problem. Seitdem tut die Narbe auch weniger weh bei der Massage, was mich jetzt nicht allzu sehr wundert.

Es sind kleine Fortschritte, aber immerhin Fortschritte. Am 14. März habe ich im Krankenhaus den Termin zur Besprechung, wann die Drahtschlaufe aus dem Knie entfernt wird. Inzwischen bin ich froh, wenn das Ding draußen ist. Ich habe das Gefühl, dass der Draht mich sehr in der Bewegung einschränkt.

Zur Narbenpflege verwende ich übrigens Johanniskrautöl von Primavera! Das tut dem Kniegelenk grundsätzlich gut und macht die Narbe zunehmend geschmeidig. 🙂