Auf eigenen Beinen

Zustand nach Patellarsehnenruptur: knapp 20 Wochen später

Am 20. März, welches der Geburtstag meiner Mutter gewesen wäre, habe ich die Drahtschlaufe aus meinem Knie entfernt bekommen. Die Operation wurde ambulant unter einem Femoralisblock gemacht. Das heißt, mir wurde das Xylonest (Anästhetikum) direkt in die Femoralisarterie gegeben, so dass lediglich das linke Bein betäubt war. Das hat extrem gut funktioniert, muss ich sagen. Der Anästhesist hat es auch gut mit mir gemeint und mich dermaßen mit Propofol abgeschossen, dass ich absolut nichts von der OP mitbekommen habe. Zumindest erinnere ich mich an nichts. 😉 Drei Stunden nach der OP konnte ich bereits wieder mit Gehhilfen herumspazieren und so durfte mein Mann mich wieder abholen und heimfahren. Zur Schmerzlinderung haben mir Ibu 600 vollkommen ausgereicht.

Die ersten Tage nach der OP musste ich das Training ausfallen lassen. Aber dann konnte ich wie gehabt weitermachen. Was mir trotz leichter Schmerzen bezüglich der heilenden Wunde (es wurde nur ein Teil der alten Narbe erneut geöffnet) sofort auffiel, war dass mein Knie biegsamer war als vor der OP. Sprich, der Draht hat durchaus eingeschränkt und nicht mehr als eine 90 Grad Beugung zugelassen. Danach konnte ich quasi alle 2 Tage um 5 Grad hoch und war so relativ schnell bei 135 Grad Beugung mit dem Trainingsgerät angekommen. Mehr kann dieses nicht. 😉

In der Physio habe ich dann mit Radfahren begonnen. Die ersten Male klappte das noch nicht sehr gut und ich war reichlich enttäuscht, aber schon ab der zweiten Woche nach der OP habe ich auch da deutliche Verbesserungen gemerkt. Zudem gab mir meine Physiotherapeutin noch eine Menge toller Übungen als Hausaufgaben mit, die mir zusätzlich halfen wieder Kraft in meinen Muskeln aufzubauen und die Flexibilität meines Knies zunehmend zu steigern.
Da sehr viel Kopfsache ist, nach so einem traumatischen Unfall, musste ich allerdings bald lernen meinem Knie auch wieder so weit zu vertrauen, dass ich wenigstens daheim ohne Schiene und wenigstens nur mit einer Gehstütze herumspazierte. Das hat mir aber so viel Freiheit zurückgeschenkt (allein Kaffe holen, Essen machen etc.), dass ich mich schnell daran gewöhnte. Und so wurde ich meine Hilfsmittel Stück für Stück los und lernte langsam wieder ganz und gar auf eigenen Beinen zu stehen. 🙂

Was mir im Übrigen auch sehr gut geholfen hat, insbesondere seit Beginn des Mai, ist das Training im Fitness-Studio. Auch hierfür bekam ich Tipps von meiner Physio und dem Orthopäden, so dass ich mir einen guten Trainingsplan zusammenstellen konnte. Ich gehe maximal alle 2 Tage und mache dort meine 50 Minuten Training. Danach glüht das Knie förmlich und die Schmerzen sind relativ heftig, aber der Fortschritt ist nicht zu leugnen und es in jedem Fall wert.

Insgesamt war ich jetzt trotzdem bis Ende des Monats arbeitsunfähig. Ab Juni beginne ich die Wiedereingliederung. Gestern hatte ich ein Gespräch diesbezüglich mit meiner Arbeitgeberin, das sehr gut verlaufen ist. Ich darf sogar in meine Wunschabteilung gehen, was mich riesig gefreut hat, da mir dieses Team am liebsten ist und ich dort wahnsinnig gerne eine Festanstellung hätte. Vielleicht ergibt sich ja noch etwas. Wenn ich eines gelernt habe, seit meinem Unfall, dann ist, dass man nie die Hoffnung aufgeben darf. 🙂