Heim und Garten, Körper und Geist

Frühling, Sonne, gute Laune

Ich staune immer wieder, wie schnell die Wochen an einem vorbeiziehen können, obwohl sie zwischendurch endlos lang erscheinen können. Und ehe man es sich versieht gleitet der Herbst in den Winter und der Winter wieder in den Frühling über. Durch die Pandemie bleibt die Freizeit ziemlich auf der Strecke. Ich habe das Gefühl meine Tage bestehen aus Arbeit, Haushalt und Schlaf. Zumindest war das in den letzten Wochen bzw. Monaten so. Treffen mit Freunden und Verwandten wurden auf ein absolutes Minumum reduziert, trotz Impfungen, um auf Nummer sicher zu gehen. Und bisher hat diese Maßnahme auch gut funktioniert. Meine kleine Familie und ich sind bislang von Corona verschont geblieben. Die Maßnahmen zehren jedoch weiterhin massiv an den Nerven aller und da wirkt es wie ein Segen, dass genau zu Beginn des neuen Monats März endlich die Wolkendecke aufbricht und die Sonne auf uns herabscheint.

Die Gartensaison hat begonnen. Ich plane (mal wieder) eine Umgestaltung, da mir das Durcheinander, das in den letzten Jahren entstanden ist, absolut nicht gefällt. Durch meine Knieverletzung und den einen oder anderen Arbeitsplatzwechsel hatte ich allerdings nicht die Energie mich meinem persönlichen kleinen Refugium zu widmen. Das soll sich in diesem Jahr wieder ändern. Nie war mir ein kleiner Rückzugsort wichtiger als in den letzten Jahren.
Und so haben wir in den letzten Tagen begonnen die Rückschnitte an den Stauden und anderen Pflanzen vorzunehmen. Das Hochbeet wird frisch angesetzt, da es sich in den letzten zwei Jahren doch deutlich abgesenkt hat und eine neue Unterfütterung braucht. Die Gemüsesamen habe ich gestern gekauft, um sie heute in Anzuchttöpfchen zu pflanzen. Bisher habe ich in der Regel vorgezogene Pflanzen gekauft, nun möchte ich selber Jungpflanzen ziehen und diese dann gegen Mai ins Hochbeet auspflanzen. Mal schauen wie es mir gelingen wird. 🙂

Zudem bin ich dabei eine Inventur meines Gartens vorzunehmen, um mal zu schauen welche Pflanzen einen besseren Standort brauchen, welche überhaupt bleiben und von welchen ich mich trennen werde. Einige Stauden vermehren sich irrsinnig in meinem Garten, wie z.B. Frauenmantel, Physalis, Funkie und diverse Lilien. Was mich daran am meisten stört ist, dass diese Pflanzen nahezu nutzlos für die Insektenwelt sind. Und genau das will ich ändern. Hier und da eine Pflanze, die einfach nur hübsch ist, ist gut und schön. Aber ich möchte gerne etwas an die Natur zurückgeben und möglichst viele Insekten wie Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Marienkäfer in meinen Garten locken. In einem knapp 50qm großen Garten sind die Möglichkeiten allerdings begrenzt. Daher versuchte ich den Garten ein wenig thematisch und farblich zu unterteilen. Bauern- und Cottage Gärten sind dabei loses Vorbild. Im großen Hochbeet wird Gemüse gepflanzt, im deutlich kleineren Kräuter, zudem habe ich inzwischen ein paar Beerensträucher. Und in den Randbeeten soll es, wie gesagt, üppig für die Insektenwelt blühen. 🙂

Seit 1. März arbeite ich wieder 50% statt wie bisher 80% im Krankenhaus. Ich merke bereits nach der ersten Woche, dass ich durch die Reduzierung entspannter bin und hoffe, dass ich dadurch meine häufigen Migräne-Attacken wieder in den Griff bekomme. Mein Beruf ist halt kein Bürojob und erfordert sehr viel Empathie und körperlichen sowie geistigen Einsatz. Die letzten Monate waren extrem Kräfte zehrend und ich bin wirklich erleichtert, dass mein Wunsch halbtags zu arbeiten nun endlich in Erfüllung ging. Die 80% waren der Kompromiss, auf den ich mich einlassen musste, um die Stelle in der Abteilung zu bekommen, in welche ich seit meiner Ausbildung wollte. Da eine 50% Angestellte gekündigt hat, wurde die Stelle quasi für mich frei und ich mache wiederum Platz für eine 100% Kraft, was uns auch wieder eine gute Bereicherung wird. Ich arbeite jetzt immer die Spätschicht, was mir entgegenkommt. So habe ich vormittags Zeit für den Haushalt und alle anderen Erledigungen, ehe ich zum Mittag hin ins Krankenhaus fahre.

Momentan läuft es wirklich gut für uns. Ich kann nicht klagen.

Ich konzentriere mich auf die schönen Seiten des Lebens. Und ja, ich genieße die Sonne, die meine Laune hebt. 😀