Belastungen im Arbeitsalltag

Die dritte Woche im Robert Bosch Krankenhaus hat begonnen. Vieles ist noch genau wie vor 2 Jahren, ehe ich meine Ausbildung dort abgeschlossen habe, doch einiges hat sich auch geändert. Wir haben einen neuen Oberarzt, auch wenn der früher schon in der Abteilung zugange war. Was ich von dieser Änderung halten soll, weiß ich noch nicht so recht. Ein großes Problem ist der personelle Engpass, den die Abteilung kardiale Funktionsdiagnostik derzeit durchmacht. Eine Vollzeitkraft ging in Rente, zwei sind schwanger geworden und eine 70% Kraft ist über längeren Zeitraum krank. Die zwei Teilzeitkräfte mit den wenigsten Stunden haben kleine Kinder und derzeit Urlaub. Damit haben wir nur noch zwei Vollkräfte, mich mit 80%, ab heute eine neue Vollkraft (die allerdings keine Ahnung von Kardiologie hat) und zwei Azubis im dritten Lehrjahr, die nicht alles können und dürfen. Ich wurde bisher nicht wieder eingelernt – keine Kapazität. Ich arbeite einfach so gut ich kann mit dem, was mir in Erinnerung geblieben ist. Zum Glück kenne ich die Abteilung gut und es hat sich nicht allzu viel verändert. Ab heute müssen wir nur irgendwie versuchen die Neue einzuarbeiten. Aktuell ist es sehr viel chaotischer in der Abteilung als früher, aber das geht hoffentlich vorbei.

Was nervt ist, dass wir trotz stark gesunkener Inzidenzen und Impfungen (wir sind alle geimpft und die Patienten müssen regelmäßig Corona-Tests machen, ebenso wie wir auch) den ganzen Arbeitstag lang diese FFP2-Masken tragen müssen. Das erschöpft einfach zusätzlich zu der Mehrarbeit. Wenn ich gegen fünf oder halb sechs von der Arbeit komme bin ich dermaßen platt, dass ich zu nichts mehr Lust und Kraft habe. Ich hoffe sehr, dass uns der Arbeitsalltag bald zumindest dahingehend erleichtert wird, dass wir auf OP-Masken umstellen dürfen. Die reichen meiner Ansicht nach vollkommen aus. In der Medizin wurden vor dieser Pandemie noch nie FFP2-Masken getragen! Egal welche Krankheiten zirkulierten und auch nicht im OP, bei infektiösen Patienten. Ja, die FFP2-Masken mögen mehr Schutz bieten, aber sie behindern auch die Atmung und sollten nur mit Pausen getragen werden. Pausen, die in meinem Beruf nicht eingehalten werden können und auch in vielen anderen nicht. Und so tragen viele Leute seit Monaten(!!!) diese Masken 8-10 Stunden am Tag, ohne nennenswerte Unterbrechungen. DAS kann doch auch nicht gesund sein.

Zitat:

FFP2-Masken sind für den Einsatz bei der Arbeit gedacht”, sagt Paszkiewicz. “Deshalb gelten nicht nur strenge Zulassungs- und Überwachungsanforderungen für diese Produkte, sondern auch besondere Nutzungsregeln. Dazu zählen eine vom Arbeitgeber anzubietende medizinische Vorsorgeuntersuchung und eine Unterweisung zur richtigen Handhabung.”

Diese Forderungen entsprechen den Bedingungen am Arbeitsplatz, wo von körperlich anstrengenden Tätigkeiten teils über den kompletten Arbeitstag hinweg ausgegangen werden muss. Deshalb fordert der Gesetzgeber für den professionellen Einsatz zunächst eine individuelle Gefährdungsbeurteilung. Ihr Ergebnis entscheidet über die anschließenden Maßnahmen und hat zur Erholung maskenfreie Arbeitszeit im Blick. Die geltende Arbeitsschutzregel empfiehlt für partikelfiltrierende Halbmasken ohne Ausatemventil eine Tragedauer von 75 Minuten mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten.

Ich wiederhole, wir tragen sie 8-10 Stunden mit einer Mittagspause von 30 Minuten und das war es an Pausen! Welche Langzeitauswirkungen das auf die Gesundheit haben wird, wissen wir jetzt halt auch noch nicht. Aber danke, liebe Regierung, für einen weiteren beschissenen Beschluss, der die Gesamtsituation nicht besser macht!

Der Sommer kommt endlich und damit auch besseres Wetter. Ich freue mich schon auf Tage in der Natur, wo ich ganz bestimmt keine Maske tragen werde! Und hoffentlich können wir dann ab Herbst die Vorsichtsmaßnahmen allgemein runterfahren, wenn bis dahin ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist.

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